Hilfe für einen kleinen Jungen am Don
Ein Notruf nach einem Medikament verlieh der Veranstaltung eine ernste Note.
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Montag,14. Dezember 1992 Rotenburger Kreiszeitung
Hilfe für kleinen Jungen am Don
Rotenburg (bn.). Wird dem kleinen Jungen aus Rostov im Don-Delta (Rußland), der mit einer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse in der Klinik liegt, mit einem Medikament aus Rotenburg geholfen? Bernd Hamborg (34), Vorsitzender des Deutschen Amateur-Radio-Clubs, Ortsverband Rotenburg, und seine Freunde drücken jedenfalls
ganz fest die Daumen.
Bernd Hamborg war am Mittwoch mit Aufbauarbeiten für den Kinderweihnachtsmarkt beschäftigt, als er den dringenden Hilferuf des russischen Funkamateurs Boris Larinov aus Rostov empfing, das dieser per Computer in das digitale Datennetz der Funkamateure eingespeist hatte und das für Deutschland bestimmt war. Für den kleinen Jungen wurde das
in der Bundesrepublik hergestellte Medikament "Kreon" gesucht. Bernd Hamborg nahm Verbindung auf mit Dr. Dieter Wolff, Arzt in den Rotenburger Anstalten und selbst Funkamateur. Die Rotenburger Anstalten stellten das Medikament aus der hauseigenen Apotheke sofort kostenlos zur Verfügung. Am Freitag wurde das Medikament per Luftpost
nach Rostov geschickt. Für ihn, so Hamborg, sei es erschreckend festzustellen, wie einfach es sei, hier ein Medikament zu beschaffen, das an anderer Stelle Schwerkranken fehle. Der 34jährige, der diese Hilfe zum ersten Male leistete: "Dies ist ein Beispiel, daß zunehmende Technisierung sehr wohl ihre positiven Seiten hat." Das Fahrzeug der Rotenburger
Funkamateure stieß bei den Marktbesuchern auf großes Interesse. Gearbeitet wurde mit Kurzwelle und höherfrequenten Bändern bis 1.3 GHz. Zu der weitesten Verbindung kam es am Freitagmittag im Kurzwellensprechfunkverkehr. Die Rotenburger sprachen mit dem deutschstämmigen Karl-Heinz, der gerade in kurzen Hosen bei 26 Grad Wärme auf seiner Terrasse in Melbourne (Australien) saß.
Bernd Hamborgs Medikament erreicht den kleinen Jungen im Don-Delta
Rotenburg (bn.). Wir berichteten Mitte Dezember darüber: Der Rotenburger Funkamateur Bernd Hamborg hatte aus Rußland, aus Rostov im Don-Delta, einen Hilferuf bekommen und sofort alle Hebel in Bewegung gesetzt, um einem fün jährigen Jungen, der an der Bauchspeicheldrüse erkrankt ist, das notwendige Medikament zu beschaffen. Die
Rotenburger Anstalten stellten das Medikament sofort aus der hauseigenen Apotheke kostenlos zur Verfügung. Jetzt bekam der Rotenburger Funkamateur von dem russischen Funker Boris Larinov, der die Meldung damals abgesetzt hatte, endlich die Nachricht: Ja, das Medikament, das es in Rußland nicht gibt, traf per Luftpost ein. Sehr spät zwar, aber für den kleinen Patienten in Rußland immer noch rechtzeitig. Bernd Hamborg, der Vorsitzender des Deutschen Amateur- Radio-Clubs, Ortsverband Rotenburg, ist, erfuhr von Boris Larinov inzwischen, daß der Fünfjährige nach einem Unfall seit drei Jahren mit Unterbrechungen im Krankenhaus liegt. Der Junge hatte schwere Verbrennungen erlitten, ihm muß Haut übertragen werden. Hinzu kam dann eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse. Der 34jährige Bernd Hamborg gestern zur RK: "Ich habe damit gerechnet, daß die Luftpostsendung so lange dauern würde. Als ich jetzt die Bestätigung bekam, habe ich mich sehr gefreut." Hamborg will mit Boris Larinov auch zukünftig drahtlos in Verbindung bleiben, um dem kleinen Jungen, wenn möglich, auch in Zukunft helfen zu können. Für Hamborg ist es das erste Mal gewesen, daß er als Funkamateur einen Hilferuf drahtlos empfing.